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Felix Weber

Staub zu Staub

Kriminalroman

eBook epub
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Der Krieg hat ihn gebrochen. Seine große Liebe hat man ihm genommen. Jetzt ist es an ihm, ein großes Unrecht aufzuklären.

Niederlande, 1949: Der ehemalige Widerstandskämpfer Siem Coburg lebt nach dem Krieg und dem tragischen Verlust seiner großen Liebe zurückgezogen und als gebrochener Mann auf einem Hausboot. Erst als ihn der alte Bauer Tammens bittet, den Tod seines Enkels aufzuklären, kehrt Coburg in die Stadt zurück. Der siebzehnjährige Siebold starb unter mysteriösen Umständen in einem katholischen Heim für geistig behinderte Kinder, und sein Großvater ist sicher, dass mehr dahintersteckt, als die Heimleiter ihn glauben machen wollen. Während Coburg immer tiefer in die Vergangenheit des Heims eintaucht, muss er feststellen, dass Siebold nicht der einzige Schutzbefohlene mit ungeklärter Todesursache ist. Und auch Coburgs eigene düstere Vergangenheit droht, ihn wieder einzuholen …

Brillant und preisgekrönt – der Bestseller aus den Niederlanden

»Felix Webers Schreibstil ist düster und packend, man hat die Bilder direkt vor Augen. Die Charaktere sind glaubhaft und es gibt viele unerwartete Wendungen.«


Aus dem Niederländischen von Simone Schroth
Originaltitel: Tot stof (Dust to Dust)
Originalverlag: Boekerij, Amsterdam 2016
eBook epub (epub)
ISBN: 978-3-641-25402-5
Erschienen am  11. May 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Rezensionen

Guter Plot, aber mäßige Umsetzung

Von: Benedikt Bögle

26.11.2021

Siem Coburg hat in den Niederlanden Widerstand gegen die Nazis geleistet. Unter großen Gefahren, immer wieder von Verrätern umgeben, hat er führende NS-Funktionäre getötet. Doch er hat seine große Liebe im Krieg verloren - und hat nach dem Krieg keinen großen Lebenswillen mehr. Da bekommt er einen Auftrag: Ein alter Bauer will, dass Coburg den Tod seines Enkels untersucht. Er war aufgrund einer Behinderung pflegebedürftig und kam im Kinderheim eines katholischen Ordens unter. Doch plötzlich starb der Enkelsohn - und der alte Bauer ist sich sicher, dass er misshandelt und zu Tode geschlagen wurde. Also macht sich Coburg auf den Weg zum Kloster und tastet sich langsam vor. Schnell merkt er: Tatsächlich gibt es einen besonders gewalttätigen Mann im Kinderheim, dem er den Totschlag an dem behinderten Enkelsohn zutrauen würde. Doch es wird für Coburg immer gefährlicher im Klosterdorf. Die Menschen leben vom Orden und seinem Kinderheim, viele sind dort in den entbehrungsreichen Jahren nach dem Krieg beschäftigt. Und keiner mag es, wenn den Ordensleuten zu genau auf die Finger geschaut wird. Am Ende wird es für Coburg knapp. Sehr knapp. "Staub zu Staub" von Felix Weber ist ein Kriminalroman mit einem guten Plot. Weber schafft es, Schwarz-Weiß-Zeichnungen zu vermeiden und verwebt die Geschichte des niederländischen Widerstands mit einer Kriminalgeschichte nach wahren Begebenheiten. Doch das Ergebnis kann nicht ganz überzeugen. Denn "Staub zu Staub" ist eben nichts von beidem: Weder ein purer Kriminalroman noch ein Roman über den Widerstand in den Niederlanden. Die Verbindung beider Geschichten gelingt streckenweise eher schlecht, gerade in der Mitte des Buches zieht sich die Erzählung besonders. Daher: Guter Plot, aber nur mäßige Umsetzung.

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Kriegsverbrechen und -traumata

Von: Mikka Liest

23.07.2020

Niederlande, 1949 Der ehemalige Widerstandskämpfer Siem Coburg, gebrochen vom tragischen Tod seiner großen Liebe Rosa, lebt in selbstgewählter Isolation auf einem heruntergekommenen Hausboot. Dennoch schickt er sich an, ins Leben zurückzukehren, um eine Ehrenschuld zu begleichen. Im Krieg ging der alte Bauer Tammens ein immenses persönliches Risiko ein, um Coburg das Leben zu retten, wobei vor allem das Kreischen seines Enkels Siebold die “Moffen” (Deutschen) in die Flucht schlug. Doch nun muss Tammens Coburg darum bitten, Siebolds Tod aufzuklären… Der behinderte Junge kam unter fragwürdigen Umständen im Heim eines Klosters ums Leben, und Tammens will wenigstens Klarheit, wenn nicht Gerechtigkeit. Coburg muss in seinen Ermittlungen jedoch schnell feststellen, dass Siebolds Tod nicht das einzige mysteriöse Vorkommnis mit Todesfolge in diesem Heim war. “Staub zu Staub” zeichnet ein ungeschöntes, beklemmend düsteres Bild der letzten Jahre des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit rund um das Jahr 1949 in den Niederlanden. Der Fokus liegt auf den Erlebnissen des Widerstandskämpfers Siem Coburg – ein schwieriger, indes interessanter Charakter voller moralischer Graustufen. Man kann seine Motivation und seine Gefühle durchaus verstehen, seine Gewaltbereitschaft ist dennoch erschreckend. Die Geschichte wird durch die Perspektiven diverser anderer Charaktere abgerundet. Viele davon bleiben über weite Strecken ambivalent und rätselhaft, dem Leser wird es nicht einfach gemacht, sie zu verstehen, geschweige denn als Identifikationsfiguren zu sehen. Man spürt aber immer eine gewisse Komplexität, und keine der handelnden Figuren wird platt vereinfacht. Hier wird eine Zeit dargestellt, die die Menschen an ihre Grenzen und darüber hinaus brachte, im Guten wie im Schlechten, und der Autor gibt beidem in der Darstellung seiner Charaktere Raum. Für mich handelt es sich nur unter Vorbehalt um einen Krimi. Eher sehe ich es als zeitgeschichtlichen Roman mit Krimielementen – damit möchte ich ihm die Spannung allerdings nicht absprechen! Das Buch ist auf seine ganz eigene Art fesselnd, und dabei originell, intelligent und flüssig geschrieben. Die Handlung teilt sich auf verschiedene Zeitebenen und Orte auf und springt zwischen diesen oft recht abrupt hin und her. Gerade anfangs ist es dadurch nicht immer einfach, sich zu orientieren: was passiert in welcher Reihenfolge und wo, wer ist involviert? Kann man anfangs das Gesamtbild höchstens erahnen, fügen sich die Splitter der Handlung nach und nach immer mehr zusammen. Daher sollte man nicht zu schnell aufgeben, wenn man erst Schwierigkeiten hat! Herausfordernd, aber lohnend, ist auch die schiere Anzahl der verarbeiteten Themen. Dabei eröffnen manche der Charaktere eigene Handlungsstränge, die erst nicht unbedingt zusammenlaufen mit den Erlebnissen von Coburg, aber später meist doch eine Rolle für dessen Ermittlungen spielen. Heime für behinderte Kinder in der NS-Zeit? Immer, wenn ich ein Buch lese oder einen Dokumentarfilm sehe, in denen die Zustände in Kinderheimen der Vergangenheit beschrieben werden, besonders solchen, die Kinder mit Behinderungen aufnahmen, fühle ich mich wieder schockiert und angeekelt – nicht von den Kindern, sondern von den Umständen, in denen sie leben mussten. Felix Weber zeigt diese Lebensumstände ohne Weichzeichner, aber auch ohne Dämonisierung der Schuldigen, die zum Teil (!) einfach unwissend und überfordert sind. Er verwendet Ausdrücke wie “Schwachsinnige”, was mich bei einer Geschichte, die in der heutigen Zeit spielt, enorm stören würde. Hier spricht meines Erachtens jedoch nicht der Autor als Person, sondern er lässt die Charaktere der Zeit sprechen. Würden heutige Ausdrücke verwendet, würde das meines Erachtens der Authentizität der Geschichte schaden – und damit dem Leser auch weniger deutlich machen, wie entsetzlich damals mit diesen Kindern umgegangen wurde, zum Teil mit besten Absichten. Im letzten Teil des Buches gibt es einige überraschende Entwicklungen. Diese werden allerdings nur zum Teil vollkommen aufgeklärt. Das Ende ist meines Erachtens etwas schwach – es bleibt in vielem zu schwammig und unentschlossen, sowohl als Krimi als auch als historischer Roman. Für mich wird damit aus einem herausragendem Buch eines, das mit leichten Abstrichen immer noch sehr lesenswert ist. Fazit Niederlande, 1949: Der ehemalige Widerstandskämpfer Siem Coburg wird von dem Mann, der ihn im Krieg versteckte und damit sein Leben rettete, gebeten, den Tod seines Enkels aufzuklären, der in einem christlichen Heim ums Leben kam. Schnell eröffnen sich wahre Abgründe. Fangen wir mit dem Ende an: das fand ich schwach, den Rest des Buches dafür aber originell, intelligent, vielschichtig und gut geschrieben. Man muss sich in den ersten Kapiteln erst daran gewöhnen, dass die Geschichte ohne Vorwarnung durch Zeiten und zwischen Charakteren und Orten springt, aber in meinen Augen lohnt sich die Mühe.

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Vita

Felix Weber ist das Pseudonym des preisgekrönten niederländischen Autors Gauke Andriesse. Für »Staub zu Staub« erhielt er bereits zum zweiten Mal den Gouden Strop, den bedeutendsten Literaturpreis der Niederlande. Außerdem stand der Roman auf der Krimibestenliste von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und Deutschlandfunk Kultur. Als Weber einen Artikel über mysteriöse Todesfälle innerhalb der katholischen Kirche las, wusste er sofort, dass dies das Thema seines neuen Romans werden sollte.

Zum Autor

Pressestimmen

»›Staub zu Staub‹ entfaltet in düsteren Winterbildern ein Panorama struktureller Gewalt und damit verbundener persönlicher Schuld. Eines der schwärzesten und traurigsten, aber auch ergreifendsten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe.«

»Auf mehreren Ebenen zeigt Weber die zerstörerische Macht von Kriegen, lange nach dem Waffenstillstand. Eine düstere Geschichte.«

Die Presse am Sonntag (23. August 2020)

»Diese dunkle Welt zwischen zerbombten Städten und abweisenden Klostermauern lässt einen auch nach der Lektüre nicht so schnell wieder los.«

Münchner Merkur (18. July 2020)

»Viel mehr als ein Kriminalroman. Felix Weber lässt seinen Anti-Helden tief in die düstere Vergangenheit der Niederlande schauen. Euthanasie, Hass, Machtmissbrauch – richtig starker Tobak!«

DVD Blu-Ray (14. August 2020)

»Erzählstränge tanzen umeinander herum, bis sie einander finden; die Figuren gehen unter die Haut und berühren einen im Herzen.«

Jurybewertung für den Krimi- und Thrillerpreis Gouden Strop (26. June 2019)

»Einer der besten Thriller des Jahres.«

De Volkskrant (26. June 2019)

»Mit schauriger Intensität bringt Weber die entsetzliche Herrschaft von Geistlichen und den armen Seelen, die sich in deren Obhut befinden, ans Licht.«

Vrij Nederland Krimiführer (Detective en Thriller Gids) (26. June 2019)