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Rezensionen zu
Das perfekte Grau

Salih Jamal

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€ 13,00 [D] inkl. MwSt. | € 13,40 [A] | CHF 18,50* (* empf. VK-Preis)

In dem maroden ehemaligen Grand Hotel herrscht die resolute Schmottke. Frau Schmottke ist um die 60, verwitwet und arg in die Breite gegangen. Jeden Tag sitzt sie in ihrem Sessel hinter der Rezeption und schikaniert ihr Personal. Rufus, der schwarze Afrikaner ist den schweren Weg aus seiner Heimat Senegal nach Deutschland gegangen, augenscheinlich, um in Schmottkes Küche zu stehen. Mimi, Mitte 40, Anfang 50 mit ihrer schlanken Statur und Doris Day-Frisur ist Mädchen für alles. Ein bisschen Küche, etwas Frühstück und einige Betten. Novelle ist die durchgeknallte Kleine mit den Tattoos und den Manga Postern, die sich durch die Minibars säuft. Novelle: „In meinem Kopf ist fast immer Mitternacht.“ S. 31 Tja und Ante, den alle Dante nennen, Kroate, kam letztes Jahr im Seebad an und bleibt auch diesen Sommer. Dante macht sich mit kleinen Reparaturarbeiten nützlich. Dante hat bisher nur Misserfolge, Pleiten und Schiffbruch erlitten. Hier versucht er sich zu finden, will wissen, warum er genau diese Entscheidungen getroffen hat, die ihn hierher geführt haben. Im Gegensatz zu den anderen hat Dante, dort wo er herkommt alles gehabt, was man sich wünschen kann und sich dann entschieden, alles wegzuwerfen. Man kann seine Heimat verlassen, aber es gibt keine Gegenwart ohne Herkunft. Niemals und Nirgends. S. 7 Bis auf Mimi wohnen alle Angestellten in den ausgebauten heruntergekommenen Pferdeställen. Rufus und Dante freunden sich an und planen eine Bootsfahrt. Als sich dem Ausflug unvorhergesehen auch Mimi und Novelle anschließen, lüftet Novelle das Geheimnis ihrer Herkunft und schockiert alle gleichermaßen. Fazit: Was für eine schöne, kluge Geschichte, voller Lebensweisheit und Reife. Eine Ode an die Freundschaft. Salih Jamal erschafft vier Protagonist*innen, die jede*r für sich versehrt ist. Alle sind durch herausfordernde Lebensumstände gegangen und haben ihre Entscheidungen getroffen. Alle haben seelische Wunden davongetragen und alle haben das Bedürfnis wahrgenommen und, in ihrem so Sein respektiert und gemocht zu werden. Die Lebensereignisse aller vier Protagonist*innen lösen Mitgefühl aus, wecken Loyalität und Gerechtigkeitssinn. Der Autor lässt jede*n in den Genuss von Vertrauen kommen und ein wenig heil werden. Zwischenzeitlich werden Tatsachen eingestreut wie, dass in der Sahara mehr flüchtende Menschen gestorben sind, als im Mittelmeer und es wirkt nicht wie Infodump, sondern wichtig auch solchen Themen einen Platz zu geben. Tolle Athmosphäre, schöne Charaktere, viele Einsichten, Spannung und eine gute Prise Humor, das ist der Stoff aus dem die Träume sind. Vielen Dank Salih Jamal für diese gute Unterhaltung.

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Rofu, Mimi, Novelle und Ich-Erzähler Dante, vier ganz unterschiedliche Menschen, treffen in einem maroden Hotel an der Ostsee aufeinander. Alle befinden sich in irgendeiner Weise auf der Flucht: Dante vor sich selbst und der eigenen Vergangenheit, Mimi vor der Polizei, Novelle vor dem eigenen Schmerz und Rofu aus seiner Heimat. Langsam und vorsichtig tasten sie sich aneinander an, um sich dann auf einen Roadtrip zu begeben mit unbekanntem Ziel – aber mit interessanten Begegnungen und bereichernden Erkenntnissen. Ich habe schon Bücher von Salih Jamal gelesen und weiß von seiner Sprachgewalt und seinem Gefühl, mit Worten umzugehen – und so ist es auch diesmal. Die Geschichte beginnt relativ ruhig – Dante erzählt von dem Hotel, in dem er arbeitet, von Mimi und Rofu, die schon länger dort sind und von Novelle, die als Letzte in die Runde kommt. Ein bisschen lernt man die vier schon kennen – immer durch Dantes Brille, der alles erzählt, erst aber, als sie sich gemeinsam und ein bisschen unfreiwillig auf einen Roadtrip begeben, kommt man ihnen noch näher und erfährt so Hintergründe und Motivation für den Trip. Nicht nur der Roadtrip selber mit den ganzen zum Teil skurrilen Erlebnissen, auch die unterschiedlichen Lebensgeschichten der vier bringen richtig Fahrt in die Geschichte. Man könnte Sorge haben, dass zu viele Themen angerissen werden, dem Autor ist es aber gelungen, genau so viel zu sagen, wie notwendig ist, und gleichzeitig den Fokus zu legen auf das Ziel aller vier: Die Sehnsucht, endlich irgendwo anzukommen. Manche Themen machen betroffen, andere regen zum Nachdenken an und doch gibt es auch immer eine Leichtigkeit, die zumindest mich hat schmunzeln lassen – wirklich ein gelungener Balanceakt, der mir sehr gut gefallen hat. Die Charaktere sind fernab jeglicher Stereotypen, sehr speziell und dennoch authentisch – eins ist ihnen aber gemein: Sie bleiben im Kopf. Ich kann nicht sagen, dass ich mich mit einem identifizieren konnte, dennoch aber gibt es bei jedem Gedanken und auch Handlungen, die ich absolut nachvollziehen konnte. Beeindruckend ist wieder die Sprache – sie ist gut zu lesen, voller toller Metaphern, die Bilder im Kopf erzeugen und oft Dinge auf den Punkt bringen, ohne dass es aber kitschig oder blumig ist. Und dann gibt es aber genauso auch Passagen, die einfach nur unterhalten und Spaß bringen beim Lesen – eine wirklich gelungene Mischung. Das Ende hat mich überrascht und gute Impulse gesetzt – für mich ein guter Abschluss, der keiner weiteren Erklärung bedarf, der aber auch Spielraum für eigene Interpretation setzt. Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen und empfehle es daher unbedingt weiter. Mein Fazit So unterschiedlich die vier Hauptfiguren sind, haben sie dennoch bei ihrem Roadtrip ein gemeinsames Ziel: Endlich irgendwo anzukommen und nicht weiter ein Leben auf der Flucht zu leben. Ich mochte die Mischung aus ernsten Themen, Passagen, die mich zum nachdenken gebracht haben und Kapitel, die einfach nur unterhaltsam sind. Besonders ist wieder die Sprache, mit vielen tollen Bildern und einem ganz eigenen Sog – ich bin völlig abgetaucht in die Geschichte und empfehle sie daher unbedingt weiter.

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Endlich erscheint "Das perfekte Grau" als Taschenbuch. Bereits 9 mal habe ich es verschenkt, denn es darf in keinem Bücherregal fehlen. Zum Inhalt: Vier vom Leben gezeichnete Menschen treffen in einem unscheinbaren, in die Jahre gekommenen Hotel aufeinander. Jede*r hat etwas, das er/sie hinter sich lassen möchte/muss, sei es die Flucht vor Krieg, Gewalt oder auch die Flucht vor sich selbst. Rofu, Mimi, Novelle und Dante begegnen sich und freunden sich an. Man erfährt das, was sie einander zeigen. Vieles bleibt jedoch im Verborgenen, da man weder alles schwarz noch weiß sehen kann. Es ist eben das perfekte Grau, das die Menschlichkeit und das Leben mit all seinen Höhen und Tiefen in den Mittelpunkt stellt. Sprachlich erzeugt Salih Jamal immer wieder Gänsehaut. Ihm gelingt es, Atmosphäre zu erschaffen und den Leser / die Leserin emotional zu binden. Nur schwer kann man den Roman aus der Hand legen, doch bedarf es Pausen, um das Erlebte wirken zu lassen.

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Ein Buch über Freundschaft, über Flucht, über Verlust, über Schmerz, über Hoffnung, über Missbrauch, über Angst, über Liebe, über Zukunft, über Vertrauen, über Mut. Und wer denkt, dass das Zuviel ist für einen Roman von 240 Seiten, der irrt gewaltig. Salih Jamal packt all dies sprachlich ganz wunderbar, mal poetisch mal „rotzig“ mal philosophisch auf die jeweiligen Charaktere perfekt abgestimmt, in einen Roadtrip der vier Protagonist*innen, der uns mitnimmt von einem Hotel an der Ostsee über Berlin bis in die Alpen. Dante, der vor sich selbst flieht, Mimi, die ein dunkles Geheimnis hat, Rofu, aus Afrika geflohen und illegal in Deutschland lebend, sowie Novelle, die vor den Erinnerungen an ihre schlimme Kindheit in den Alkohol flüchtet. Menschen mit Verletzungen, die Halt in der Freundschaft finden. Ein Buch, das ich an zwei Abenden durchsuchtet habe, das mich grinsen ließ und das mich mitleiden ließ. Und dann dieses geniale Ende ....

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Eins meiner all time favorites. Das Buch ist wunderschön geschrieben, so viele Sätze möchte man in Stein meißeln. Vier Menschen leben einsam von Hoteljobs in den Tag, ohne Freunde, ohne Familie, und lernen sich kennen und mögen, geben sich Halt. Doch dann müssen sie plötzlich, wie einst die Bremer Stadtmusikanten, gemeinsam fliehen und auf die Suche nach etwas Besserem gehen. Die tiefe Menschenliebe in dieser Geschichte, die ungewöhnliche, schöne und abenteuerliche Sommerreise, diese tapferen, aus der Bahn geworfenen Menschen, die gemeinsam ihre innere Mitte wiederfinden wollen - endlich wieder überhaupt etwas wollen! - das alles hat mich sehr fasziniert. Ein Buch für alle, die die Sehnsucht kennen. Der Autor Salih Jamal ist eine großartige Entdeckung.

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Der Autor und sein Werk haben das Potential zum Kult!

Buchhandlung Almut Schmidt OHG

Von: Hauke Harder aka Leseschatz aus Kiel

19.01.2024

Ein wunderbarer Roman, der Grobes neben einer Zartheit duldet. Die Figuren strahlen eine gewisse Faszination aus, die neben dem Handlungsverlauf eine große Spannung aufbauen. Salih Jamal lässt durch seinen eigenen Text die Welt der Literatur durchscheinen.

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Haben wir nicht alle etwas wovor wir flüchten? Doch was ist, wenn man die ganze Zeit auf der Flucht ist, vielleicht sogar vor sich selbst? Man muss nicht in ein anderes Land fliehen, um auf der Flucht zu sein. Es ist ein sehr besonderes, aktuelles und poetisches Buch, das ich jedem ans Herz legen möchte. Inhalt: Der Protagonist Ante, den alle Dante nennen, ist auf der Flucht, so wie die anderen drei ,Novelle, Rofu und Mimi, auch. Sie sind auf der Flucht und auf der Suche nach sich selbst. Alle vier haben ihr eigenes Schicksal und einige Probleme. Sie alle arbeiten in einem Hotel. Eines Tages erscheint dort die Polizei und Mimi befürchtet, dass sie der Grund ist. Gemeinsam fliehen sie. Meine Meinung: Dieses Buch fängt da an wo die Grüne Fee aufhört. Da ich alle Bücher von Salih Jamal liebe, musste ich dieses Buch selbstverständlich auch lesen. Auch dieses Buch hat mich sehr tief bewegt und ich musste es erst mal sacken lassen. Alle vier sind vor etwas geflohen und ihr Weg führte ins Hotel an der Ostseeküste. Die Menschen sind so unterschiedlich, so auch diese vier und die Gründe ihrer Flucht. Dante, aus seiner Sicht wird die Geschichte erzählt, ist auf der Flucht vor sich selbst. Tofu ist auf dem Sudan geflüchtet, ihn plagt die schuld. Novelle ist das beste Beispiel dafür, wie man an einem Kindheitstrauma zerbrechen kann. Sie versteckt sich hinter ihrem großen und losen Mundwerk. Hingegen ist Mimi sehr reserviert, kühl und zurückhaltend. Doch auch sie hat ein Geheimnis. „Es ist egal, wovor du flüchtest. Vor den Dämonen einer Vergangenheit, vor Gewalt, Unfreiheit oder dem Tod. Vor dem Alter, der Justiz oder vor Durst und unstillbarem Hunger. Alle, die weglaufen, um das Land ihrer Sehnsucht zu finden, bezahlen den Preis ihrer Herkunft auf Raten.“ (S.22) Die vier haben unterschiedliche Gründe warum sie fliehen, doch im Endeffekt den gleichen Wunsch: anzukommen. Nach und nach finden sie zu sich selbst und vor allem auch die Gründe warum sie fliehen, denn manchmal will man sich damit nicht auseinander setzen. Es ist ist eine Geschichte ,die gleichzeitig brandaktuell ist, andererseits ist sie zeitlos. Denn es gibt immer Menschen auf der Flucht. Die Themen in diesem Buch sind wichtig, schwierig und gewiss nichts für schwache Nerven. Um so schöner ist es, dass es trotzdem Hoffnung gibt. Trotz der verkorksten Schicksalsschlägen gibt es trotzdem Hoffnung ,dass sie ankommen werden und glücklich werden und das macht mich glücklich. Jedes Wort ,das Salih Jamal benutzt hat, hat einen Grund. Jeder Satz hat solch eine Tiefe, dass ich bereits nach der ersten Seite Gänsehaut hatte. Ich werde diesem Buch nicht gerecht. Denn es ist grandios und einfach nur herzzerbrechend. Lest es, bitte, es wird euere Welt verändern und euch Hoffnung geben.

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Eine eindrucksvolle Geschichte

Von: Nicole aus Alzenau

19.01.2024

Mit grossem Vergnügen habe ich diesen wunderbaren Roman gelesen. Dante,Novelle,Rofu und Mimi- das sind vier ganz verschiedene Personen , die sich in einem Hotel im Irgendwo begegnen. Rofu, der aus Afrika geflüchtet ist,Mimi, die sich wegen eines Verbrechens versteckt, die noch sehr junge Novelle, die schon Schlimmes erlebt hat und Dante, der eigentlich Ante heisst. Die vier machen sich gemeinsam auf, um zu flüchten , um irgendwo anzukommen. Per Boot, Fahrrad oder zu Fuss durchqueren sie Deutschland in Richtung Bayern . Dabei lernen sie sich richtig kennen ,aber auch eine tiefe Freundschaft zwischen ihnen bahnt sich an. Was sie erleben, was sie fühlen, was sie tun- das muss gelesen werden. Starke Emotionen, die gnadenlose Wirklichkeit , beides wichtige Pfeiler in der Geschichte . Salih Jamal ist ein Geschichtenerzähler. Er versteht es , auf poetische Art Gefühle zu schildern, aber auch brutal und knallhart die Wirklichkeit. Sprachgewaltig fesselt er den Leser und lässt ihn nicht mehr los. Das Lesen ist ein Genuss.. Die schönsten, poetischsten Stellen habe ich alle markiert 😊 Dieser Roman ist etwas besonderes und ich habe Rofu,Dante, Novelle und Mimi ins Herz geschlossen - jeder sollte sie kennenlernen. Ein besonderer und eindrucksvoller Roman! Er hat es verdient , von vielen Menschen gelesen zu werden.

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