Sie haben sich erfolgreich zum "Mein Buchentdecker"-Bereich angemeldet, aber Ihre Anmeldung noch nicht bestätigt. Bitte beachten Sie, dass der E-Mail-Versand bis zu 10 Minuten in Anspruch nehmen kann. Trotzdem keine E-Mail von uns erhalten? Klicken Sie hier, um sich erneut eine E-Mail zusenden zu lassen.

Rezensionen zu
Bergland

Jarka Kubsova

(50)
(24)
(5)
(0)
(1)
€ 20,00 [D] inkl. MwSt. | € 20,60 [A] | CHF 27,90* (* empf. VK-Preis)

(Eine) Geschichte zum Eintauchen

Von: Sabine Schmidt-Braunersreuther aus Coburg

13.06.2024

Dieser Roman ist wie ein Tanz der beschriebenen Generationen um diesen Südtiroler Hof, als hielten sie sich zu langsamen und wilden Zeiten an den Händen - bedächtig oder eilend, sanftmütig oder zornig, hilflos oder kraftvoll. Und der Tanz schließt sich zum Kreis von der Urgroßmutter zur Urenkelin. Inhalt, Aufbau und Sprache laden zum Nonstop-Lesen ein. Ich habe diese Einladung gerne angenommen.

Lesen Sie weiter

Ein Bauernhof, der über drei Generationen geführt wird. In den vierziger Jahren bemüht sich Rosa trotz Krieg den Hof alleine zu stemmen und allen Widrigkeiten zu trotzen. Ihr Sohn Sepp übernimmt den Hof und versucht ihn zu modernisieren und schließlich kommt Sepps Schwiegertochter Franziska auf den Hof und um die bald vier Kinder durchzubringen und Geld zu erwirtschaften, wird ein Teil des Hofs an Touristen vermietet. Jede Generation steht vor ihren eigenen Problemen. . Der Schwerpunkt liegt auf der Geschichte von Rosa und Franziska, die abwechselnd im Fokus stehen. Das Leben und die Arbeit auf dem Hof wird unglaublich gut, feinfühlig und ungeschönt beschrieben. Zu beiden Frauen baut man schnell eine Verbindung auf. Die starke und stolze Rosa, die den Hof alleine bewirtschaftet und die mutig voranschreitet, ohne sich beirren zu lassen. Auch Franziska wächst einem schnell ans Herz. Die Zerrissenheit und Überforderung aus Hof, Familie und um irgendwie Geld reinzubringen die touristischen Vermietungen - an all dem droht sie zu zerbrechen. Was wahnsinnig gut und auf den Punkt gebracht wurde, ist die touristische Entwicklung in den ländlichen Regionen, bei denen der nötige Respekt vor der harten Arbeit manchmal fehlt und alles als "urig" bezeichnet wird. Dass es dabei um echtes Leben geht, fällt manchmal hinten runter. . Mich hat das Buch so sehr berührt, auch erschüttert und am Ende flossen Tränen. Eine unglaublich schöne und ehrliche Beschreibung des Lebens auf den Bauernhöfen, das eben nicht immer nur schöne urige Welt bedeutet. Auch die Entwicklung der Beziehung untereinander fand ich toll und generell waren die Protagonistinnen und deren Beweggründe schön ausgearbeitet. Für mich ein besonderes und absolut lesenswertes Buch! 💗

Lesen Sie weiter

In Bergland beschreibt Jarka Kubsova sehr authentisch und ungeschönt das Leben dreier Generationen auf einem hoch gelegenen Südtiroler Bauernhof. Die Geschichte hat mich von der ersten Seite an völlig begeistert und in ihren Bann geschlagen, ich konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen. Die Handlung beginnt in den Vierzigerjahren mit Rosa, die den Hof im Krieg allen Widerständen zum Trotz alleine führt. Ab den Siebzigern übernimmt ihr Sohn Sepp den Hof. Gegen Rosas Willen modernisiert er denn Hof. Schließlich wird von Sepps Schwiegertochter Franziska erzählt, die Ferienwohnungen auf dem Hof vermietet und an der Arbeit plus (bald) vier Kindern fast zerbricht. Für ihren Roman lebte Jarka Kubsova mehr als ein halbes Jahr auf einem Bauernhof in Südtirol. Und diese ausgiebige Recherche merkt man ihrem Buch an. Es wird viel fast vergessenes altes Bauernwissen beschrieben, das ich teilweise sehr erstaunlich fand. Gleichzeitig kam in mir auch großer Respekt gegenüber den hart arbeitenden Menschen auf. Alle Figuren sind sehr liebevoll gezeichnet und mir schnell ans Herz gewachsen. Durch Franziskas Perspektive erlebt man Tourismus plötzlich mit ganz anderen Augen. Ihr Zusammenbruch ist mehr als verständlich und ihre Ängste und Sorgen präzise herausgearbeitet. Auch Sepps Konflikt mit Rosa ist nachvollziehbar. Besonders beeindruckend fand ich seine Gewissensbisse den Tieren gegenüber, die ihn trotz aller Modernisierungsbestrebungen plagen. Und Rosa ist eine unglaublich starke Frau, für die ich mir gerne ein wenig mehr Glück gewünscht hätte. Alles wird ohne Kitsch erzählt und ohne Klischees zu bedienen. Ein wirklich tolles Buch.

Lesen Sie weiter

Ganz toll

Von: Celia Pulgar aus Madrid

23.01.2022

Ich konnte das Buch einfach nicht aus der Hand legen! Ein Buch, das einen an die Natur nähert. Man spürt fast die winterliche Kälte auf dem Innerleit Hof oder den Geruch der Erde. Man kann sich auch super in die einzelnen Charaktere hineinversetzen.

Lesen Sie weiter

Ein Meisterwerk!

Von: Kristall86 aus An der Nordseeküste

21.01.2022

!ein Lesehighlight 2021/2022! !eine zeitlose Geschichte, die fest in meiner Bibliothek verankert sein wird! Es gibt manchmal Bücher die muss ich mehrfach lesen um für mich selbst zu erfahren ob sie beim nächsten Mal wieder so begeisternd sind wie zu Beginn. Dieses Buch hier gehört dazu. Ich heule jedes Mal an der selben Stelle wahrlich Rotz und Wasser, lache immer an den selben Stellen und denke mir, immer an den selben Stellen: Genau so war es und so wird es kommen. Dieses Buch ist grandios, ein Meisterwerk, denn es ist nicht das was der Buchtitel erstmal erahnen lässt. Hier wird keine Bergdoktor-Idylle vorgegaukelt, hier wird kein Heimatroman erzählt, hier wird die Vergangenheit mit der Gegenwart und der Zukunft beleuchtet. Eine große Gabe der Autorin, diese Zeiten so genau zu betrachten und sie zu analysieren. Hier wird Klartext geredet, hier wird keine heile-Welt vorgespielt, hier geht es um genau das Bild, was vielen von uns verloren gegangen ist. Erzählt wird zu Beginn in zwei Generationszeiten und ab der Hälfte des Buch bis zum Schluss sogar in drei. Macht das Sinn? Und ob. Auch hier mal wieder ein Buch wo man genau lesen muss, sich Namen merken muss, Obacht geben muss, das man nicht vom Berg fällt, weil er immer steiler wird beim lesen. Als Leser ist man hier stiller Beobachter. Zuerst erfahren wir die Geschichte von Franziska und dem dem Innerleit-Hof. Wir erlesen ihre Arbeit, ihr Seelenleben, ihre verhasste und doch geduldete „Liebe“ zu „goldenen Küken“. Ferienvermietung, Kinder, Tiere, Alm, harte Zeiten. Auf dem Hof lebt auch Franziskas Schwiegervater Sepp…seine bzw. die Geschichte seiner Mutter Rosa ist der feste, dicke rote Faden und um diesen winden sich Hannes und Franziska mit ihren Kindern und dann später auch eben Sepp. Der Wechsel zwischen damals und heute wirkt zu Beginn völlig normal, so wie man das aus einer der unzähligen geschönten Landhauszeitungen kennt. Doch schnell merkt man als Leser, die Vergangenheit ist immer präsent, zeigt sich überall, manchmal muss sie halt erst wieder entstaubt werden. Alles von damals ist nicht immer schlecht gewesen und das Heute und die Zukunft versichern uns auch nicht immer das gelbe vom Ei. Man muss als junger Mensch Erfahrungen machen. Das hat Rosa gemacht, Sepp ebenfalls und Hannes und Franzi taten dies ebenfalls. Drei Generationen haben gelernt, dass das von damals alles Hand und Fuß hatte und die Zeit und die Technik damals ebenfalls das erreicht hat, um zu Leben mit dem was notwendig war. Hart war es damals, hart ist es heute. Wir sind unser eigener Schmied des Glücks und dürfen auch gern das vergangene aufleben lassen und uns zu Nutze machen. Reden hilft gegen Kummer. Auch das war damals schon so, nur muss man die Zähne erstmal dafür auseinander bekommen….klappt aber irgendwann… Kubsova‘s Schreibstil ist für diese „Geschichte“ perfekt gewählt. Kurz, prägnant, klare Worte ohne Geschwurbel. Sie ist treffsicher in allem und zeigt, man benötigt nicht immer Phrasen oder Schöngerede um zu verstehen. Dieses Buch beschäftigt mich schon lange und ist ein echter Schatz der Erzählkunst. Ich hoffe das von der Autorin noch mehr kommt! Der Roman könnte auf den Halligen „spielen“, in alten Dörfern in Bayern oder dem Erzgebirge, er könnte überall dort spielen, wo die Zeit sich mit der Natur verklebt hat und untrennbar geworden ist - ein gewaltiges und großartiges Buch! 5 von 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!

Lesen Sie weiter

Als dieses Buch in meiner persönlichen Bücherblase aufgetaucht ist, habe ich schon geahnt und natürlich auch gehofft, dass dieses Buch etwas für mich sein wird. Dieser Familienroman bzw. Generationsroman in den Alpen hat mich nicht enttäuscht und er zählt zu meinen Jahreshighlights 2021 definitiv dazu. Meine vollständige Meinung zum Buch "Bergland" von Jarka Kubsova könnt ihr Euch unter folgendem Link anschauen: https://youtu.be/Ud_JPKgcH8A

Lesen Sie weiter

"Bergland" - ein Roman von Jarka Kubsova im Südtirol der vierziger Jahre in der Innerleit angesiedelt, erzählt von einer jungen Frau, allein auf einem Hof, dem höchsten im Südtiroler Tiefenthal - von Rosa, der Tochter des verstorbenen Josef Breitenberger, die die Natur begreift und formt. Der Fortschritt ist nichts für sie - sie möchte ihr kleines Paradies so erhalten, wie es ist. Dann lesen wir in der Zukunft weiter, zwei Generationen nach Rosa sind es ihr Enkel Hannes und dessen Frau Franziska, die Feriengäste beherbergen, um den Hof zu erhalten. Dann passiert etwas Schreckliches, können sie ihre Zukunft weiter sichern, müssen sie gehen und können sie bleiben, aber wollen sie das überhaupt ??? und kann evtl. Rosas Vermächtnis helfen ... ??? Leseprobe: ======== Der Herbst kam früh in diesem Jahr. Es war, als ob der Sturm ihn ins Tal geblasen hätte. Die Luft kühlte herunter und wurde nicht mehr warm. Der Himmel blieb grau wie eine anhaltende Dämmerung, und als die Totengräber die Erde über Mathias Unterholzner zuschaufelten, tauchten plötzlich schwarze Wolkenköpfe auf und blieben stehen, als wären sie geladen, bevor sie schließlich weiterzogen. ... Wundervoll geschrieben hat mich dieser Berg- und Heimatroman zu 100 Prozent überzeugt. Er erzählt vom Postkartenidyll, welches doch keines ist, vom harten Leben in den Bergen, vom Überleben von den Generationen, wie sie sich durchschlugen und -schlagen. Die Autorin hat mehr als ein halbes Jahr auf einem Bergbauernhof gelebt, um dieses Buch so authentisch schreiben zu können, das spürt man auch ... Das Leben in der Südtiroler Region wird lebendig - damals in den Mittvierzigern und zwei Generationen danach. Einfühlsam geschrieben, lebendig, fesselnd und spannend werden die Gedanken, Gefühle und das Tun der Bergbauern sehr hautnah beschrieben, emotional und auch in die Tiefe gehend mit einer eingängigen Handlung, in der man sich sofort wohlfühlt und in die man sich eindenken kann. Sehr gutes Buch !!!

Lesen Sie weiter

---- Südtirol ist mein heimlicher Sehnsuchtsflecken. Ich liebe die Natur, die Berge, die Menschen und wenn ich könnte, wäre ich oft dort oben, um abzuschalten und zu genießen. Deshalb musste ich diesen Roman unbedingt lesen und wurde nicht enttäuscht. ---- Die "Innerleit-Rosa" bewirtschaftet in den Vierzigerjahren auf 1670 m Höhe allein einen Bergbauernhof. Ihre Familie wird durch den Krieg zerstört und aus ihrer Ehe bleibt nur ihr Sohn. Hart und einsam ist der Kampf mit der Natur, den Rosa auf sich nimmt. Traditionen sind ihr wichtig und der viel gerühmte Fortschritt, den ihr Sohn Sepp so gern durchsetzen möchte, ist ihr ein Dorn im Auge. Jahre später hat der Tourismus auf dem Hof Einzug gehalten und Rosas Enkel Hannes und dessen Frau müssen sich anderen, aber genauso harten Herausforderungen stellen. Jarka Kubsova, bekannt durch Sachbücher und Reportagen hat ihren ersten Roman veröffentlicht. Deutlich spürbar ist, wie intensiv sie sich auf dieses Bergabenteuer vorbereitet hat. Man fühlt sich sofort mitten im Geschehen und sieht die Natur und die darin hart arbeitende Rosa vor sich. Besonders die Naturbeschreibungen die ans Herz gehen und nachspürbar sind, haben mir besonders gefallen. "Mit zunehmender Kälte stellten die kleinen Pflanzen das Wachstum ein, zitterten in dem heulenden Wind, der jetzt wieder über die Kämme strich und vor dem sich aes Schwache beugen musste. In Rosa stieg die Furcht vor dem nahenden Winter auf, weil im Winter das Hofherz langsamer schlug." Drei Generationen werden im Wechselspiel der Perspektiven dargestellt. Rosa ist ein sehr starker Charakter, der sich trotz aller Widrigkeiten durch Krieg, Tod und Unerfahrenheit nicht davon abhalten lässt, den Bergbauernhof durchzubringen. Zwei Generationen später kämpft Franziska auf dem "Innerleit-Hof" darum, den Standard als Ferien-Bauernhof aufrecht zu halten. Wie hart es ist, die pure Landlust für Feriengäste vorzuspielen, wird hier schonungslos und offen wiedergegeben. Die vermeintliche Idylle entpuppt sich als fast unmöglich umzusetzende Vorgabe des Bauernverbands. Frauen stehen in diesem Roman im Vordergrund. Mal als hart arbeitende Bäuerin, mal als Familien- und Vermietungs-Managerin, die auf die eine oder andere Weise an ihre Grenzen gelangen. Man spürt, wie zerrissen die Frauen sind und wie viel ihnen abverlangt wird. Besonders die aktuelle Zeitschiene, die den Ferienbauernhof betrachtet, stimmt sehr nachdenklich. Der Einblick hinter die Kulissen der vermeintlichen Landidylle zeigt, welche hohen Kriterien an einen touristisch genutzten Bauernhof gestellt werden. Die Verbindung zur Großmutter mit ihrer naturbelassenen Acker- und Gemüsebewirtschaftung zeigt einen neuen Weg auf, der Hoffnung auf ein neues Zeitalter gibt. Sanfter Tourismus, der teilnimmt und nicht zerstört. Für mich ein Lesehighlight.

Lesen Sie weiter

Wir stellen nicht sicher, dass Rezensent*innen, welche unsere Produkte auf dieser Website bewerten, unsere Produkte auch tatsächlich gekauft/gelesen haben.